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Documentation Index

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Adressaten: Kunden, deren Einkauf und deren Datenschutzbeauftragte (DSB). Dieses Dokument ist Annex B zum Kunden-Compliance-Paket und kann unabhängig versendet werden. Es entspricht inhaltlich den §6 und §7 des Hauptdokuments und wird mit diesem synchron gehalten.
Hinweis zur Firmierung. Auftragsverarbeiter im Sinne dieses Annex ist die im Bestellformular benannte Genie-Gesellschaft. Vollständige Firmierung siehe §0 des Kunden-Compliance-Pakets.

B.0 Geltungsbereich

Die folgenden technischen und organisatorischen Maßnahmen (TOM) sind nach Art. 32 DSGVO dokumentiert und werden zur Sicherstellung der Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Belastbarkeit der Verarbeitungs­systeme und -dienste umgesetzt. Sie sind Bestandteil des Auftragsverarbeitungs­vertrags (AVV) zwischen Genie und dem Kunden.

B.1 Technische Maßnahmen (Art. 32 DSGVO)

B.1.1 Vertraulichkeit (Art. 32 Abs. 1 lit. b)

MaßnahmeUmsetzung
Zutritts- / Zugangskontrolle — IdentitätFöderierte Identität über Auth0 (OIDC). Authentifizierungs­tokens sind kryptographisch signiert; die Signatur wird serverseitig vor jeder Sitzungsentscheidung verifiziert. Es werden keine Passwörter in der Anwendung gespeichert.
Zugriffskontrolle — AutorisierungRow-Level Security auf Datenbankebene. Jede Anfrage läuft in einem nutzerskopierten Kontext; Policies entscheiden über Datensichtbarkeit.
Least Privilege — EntwicklerProduktivzugriffe werden rollenbasiert vergeben und mindestens quartalsweise überprüft. Änderungen an sicherheits­relevanten Codepfaden erfordern eine dokumentierte Freigabe durch eine zweite Person.
Least Privilege — InfrastrukturAWS-IAM-Rollen pro Dienst zugeschnitten; Secrets ausschließlich im Secrets Manager.
Verschlüsselung der ÜbertragungTLS 1.2+ terminiert an der Cloudflare- / AWS-Edge. HSTS aktiv.
Verschlüsselung at Rest — InfrastrukturAlle Datenbanken und Speicher-Dienste sind at-rest-verschlüsselt (AWS KMS).
Verschlüsselung at Rest — SecretsKundensecrets werden vor dem Speichern Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Versionierte Schlüssel für unterbrechungsfreie Rotation; jährliche Rotation.
Secret-Hygiene in CIAutomatisierter Secret-Scan bei jedem Code-Push; Push-Protection auf der Source-Hosting-Plattform aktiviert.
Log-Verbot für sensible FelderKlartext-Secrets, MCP-Credentials, vollständige Billing-Request-Bodies und PII dürfen nicht geloggt werden.

B.1.2 Integrität (Art. 32 Abs. 1 lit. b)

MaßnahmeUmsetzung
Append-only-Audit-LogDer Workspace-Activity-Log ist technisch gegen nachträgliche Änderung oder Löschung geschützt; Anonymisierung nur durch den kontrollierten Account-Löschjob.
Signierte TokensAuthentifizierungs­tokens sind kryptographisch signiert; Manipulation wird zurückgewiesen.
Signierte WebhooksStripe- und Auth0-Webhook-Signaturen werden vor jeder Statusänderung verifiziert.
Change ManagementÄnderungen an produktionsrelevanten Systemen erfordern einen dokumentierten Review- und Freigabeprozess durch eine zweite Person. Verpflichtende automatisierte Checks (Tests, Secret-Scan, Dependency-Scan) müssen vor dem Merge erfolgreich sein.

B.1.3 Verfügbarkeit und Belastbarkeit (Art. 32 Abs. 1 lit. b)

MaßnahmeUmsetzung
BackupsAurora Point-in-Time-Recovery, 35 Tage Retention. S3-Versionierung auf den Buckets mit Kundeninhalten.
Multi-AZAurora und DynamoDB sind in eu-central-1 standardmäßig Multi-AZ.
DDoS / WAFCloudflare WAF vor allen kundenseitigen Endpunkten.
Workflow-DurabilitätLang laufende Jobs laufen auf einer durablen Workflow-Runtime, die Host-Restarts und Deploys übersteht.

B.1.4 Wiederherstellbarkeit (Art. 32 Abs. 1 lit. c)

  • Aurora-PITR (35 Tage) wird mindestens quartalsweise in Staging geübt.
  • Disaster-Recovery-Runbook liegt im privaten Ops-Repo; RPO ≤ 5 min, RTO ≤ 4 h für die Genie-Control-Plane. Kundenseitige Supabase-Projekte erben Supabases eigene DR-Posture.
  • Über die rein technische Wiederherstellung hinaus ist der Kommunikations- und Eskalationsprozess im Business Continuity Plan (B.1.9) beschrieben.

B.1.5 Pseudonymisierung (Art. 32 Abs. 1 lit. a)

  • Der Audit-Trail wird bei Account-Löschung in place anonymisiert — der gesetzliche Nachweis bleibt erhalten, ohne PII zu speichern.
  • Der Nachweis der Löschung wird pseudonymisiert geführt, ohne den Identifier selbst aufzubewahren.

B.1.6 Regelmäßige Überprüfung (Art. 32 Abs. 1 lit. d)

MaßnahmeFrequenz
Automatisierte Tests bei jeder Codeänderungpro Commit
Abhängigkeits-Vuln-Scanpro Commit
Secret-Scanpro Commit
Penetrationstestjährlich (extern)
SEV-1-Tabletop-Übungjährlich
Access-Reviewquartalsweise
Unterauftragsverarbeiter- / AVV-Reviewjährlich
Schlüsselrotationjährlich oder bei Verdacht auf Kompromittierung
Backup-Restore-Übungquartalsweise
Die Wirksamkeit der technischen und organisatorischen Maßnahmen wird im Rahmen dieser Überprüfungen regelmäßig bewertet, dokumentiert und evaluiert (Art. 32 Abs. 1 lit. d DSGVO). Befunde fließen in den jährlichen TOM-Review ein; wesentliche Abweichungen werden in nachverfolgbaren Folgemaßnahmen behoben und im Evidenzpaket dokumentiert.

B.1.7 Vulnerability- und Patch-Management

  • Kontinuierliches Dependency-Scanning bei jedem Commit; Befunde werden zentral nachverfolgt.
  • Kritikalitäts­klassifizierung erkannter Schwachstellen nach CVSS v3.1 mit folgenden Ziel-Behebungs­fristen:
KritikalitätCVSS-BereichZiel-Behebungsfrist
Critical≥ 9.0≤ 7 Tage, priorisiertes Patching
High7.0 – 8.9≤ 30 Tage
Medium4.0 – 6.9≤ 90 Tage
Low< 4.0bündelweise im regulären Releasezyklus
  • Out-of-Band-Releases für Critical-Findings sind möglich; sie folgen einem verkürzten, jedoch ebenfalls dokumentierten Review-Pfad.
  • Externer Penetrationstest jährlich; identifizierte Findings werden nach derselben Kritikalitäts­matrix bearbeitet.

B.1.8 Vorfall-Reaktion (Art. 33 / 34 DSGVO)

  • 24/7-On-Call-Rotation; Triage-SLA 30 Minuten.
  • Betroffene Kunden werden unverzüglich informiert, sobald hinreichend gesicherte Erkenntnisse über einen meldepflichtigen Vorfall vorliegen. Die 72-Stunden-Frist gegenüber der zuständigen Aufsichts­behörde wird vom Verantwortlichen eingehalten; wir stellen die nach Art. 33 Abs. 3 DSGVO erforderlichen Informationen unverzüglich bereit.
  • Vollständiger Lebenszyklus, Beweissicherung und Post-Mortem-Kadenz sind intern dokumentiert und werden bei Audits auf Anfrage bereitgestellt.

B.1.9 Business Continuity Plan

Abgrenzung: B.1.3 beschreibt technische Redundanz, B.1.4 die technische Wiederherstellbarkeit. Der Business Continuity Plan ergänzt dies um die organisatorische Ausfall- und Kommunikations­organisation.
  • Ausfallorganisation. 24/7-On-Call-Rotation mit definiertem Eskalationspfad (On-Call → Incident Commander → Executive Sponsor).
  • Kommunikationsprozesse. Status-Updates an betroffene Kunden über status.genie-app.de und per E-Mail an den hinterlegten Hauptkontakt. Sicherheits­relevante Meldungen zusätzlich über security@genie-app.de.
  • Verantwortlichkeiten. Der Incident Commander koordiniert die technische Wiederherstellung; der Privacy Lead bewertet Meldepflichten gemäß Art. 33 / 34 DSGVO; der Executive Sponsor entscheidet über externe Kommunikation.
  • Übung. Die jährliche SEV-1-Tabletop-Übung deckt sowohl die DR- als auch die BCP-Kommunikations­prozesse ab.

B.1.10 Auftragskontrolle / Unterauftragsverarbeiter (Art. 28 DSGVO)

Siehe Annex A — Subprozessoren: SOC-2-Report oder gleichwertig eingeholt, AVV unterzeichnet, Register jährlich überprüft, 30 Tage Vorlauf vor Aufnahme oder Wechsel eines Unterauftragsverarbeiters.

B.2 Organisatorische Maßnahmen

Ergänzend zu den technischen Maßnahmen in B.1 sind die folgenden organisatorischen Maßnahmen implementiert.

B.2.1 Security Awareness und Trainings

Mitarbeitende mit Zugriff auf produktive Systeme oder Kundendaten durchlaufen ein Security- und Datenschutz-Training beim Onboarding sowie regelmäßige Auffrischungen. Spezialisierte Trainings (z. B. sicheres Coding) ergänzen die Basis.

B.2.2 Vertraulichkeit, NDAs und Joiner-Mover-Leaver

Alle Mitarbeitenden sind vertraglich zur Vertraulichkeit verpflichtet. Onboarding, Rollenwechsel und Offboarding folgen einem dokumentierten Prozess, der das Vergeben, Anpassen und Entziehen von Zugriffsrechten regelt. Berechtigungen werden bei Ausscheiden unverzüglich entzogen.

B.2.3 Asset- und Endpoint-Management

Unternehmensgeräte werden zentral inventarisiert und verwaltet. Verschlüsselung der Festplatte, Bildschirmsperre, automatische Updates und Endpoint-Schutz sind verpflichtend.

B.2.4 Lieferanten- und Drittparteienmanagement

Unterauftragsverarbeiter werden vor Einsatz auf datenschutz- und sicherheits­relevante Anforderungen geprüft (SOC-2- bzw. ISO-27001-Berichte, AVV, ggf. SCC). Bestand siehe Annex A — Subprozessoren. Jährliches Re-Assessment.

B.2.5 Zugangs- und Passwort-Policy, MFA

Identitätsbasierte Anmeldungen erfolgen über einen zentralen Identity Provider mit erzwungener Multi-Faktor-Authentifizierung für alle Mitarbeitenden­konten und insbesondere für jeden Produktiv­zugriff. Passwort­anforderungen entsprechen anerkannten Standards (NIST SP 800-63B).

B.2.6 Mitarbeiterzugriffe auf Kundendaten

Zugriffe auf produktive Kundendaten erfolgen ausschließlich nach dem Need-to-know-Prinzip, sind rollenbasiert vergeben, MFA-geschützt und werden protokolliert. Break-Glass-Zugriffe sind technisch möglich, werden vor oder unverzüglich nach dem Zugriff dokumentiert, vom Privacy Lead nachgehalten und im quartalsweisen Access-Review überprüft. Es existiert keine generelle Lese­berechtigung auf Kundendaten ohne dokumentierten Anlass.

B.2.7 Internes Berechtigungs- und Rollenkonzept

Zur Umsetzung der Anforderungen aus Art. 32 DSGVO sowie B.1.1 (Least Privilege) ist ein dokumentiertes Rollenmodell etabliert. Die folgenden Rollen verfügen über klar abgegrenzte Berechtigungs­profile; Zuweisungen werden zentral im Identity Provider verwaltet, beim Onboarding / Rollenwechsel / Offboarding angepasst und im quartalsweisen Access-Review überprüft.
RolleAufgabenbereichZugriff auf produktive KundendatenFreigabe / Vier-Augen
EngineeringEntwicklung, Code-Reviews, DeploymentsKein direkter Lese­zugriff auf produktive Inhalte. Schreibender Zugriff nur über automatisierte Pipelines mit Code-Review-Pflicht.Verpflichtender Peer-Review für sicherheits­relevante Pfade
Site Reliability / SREBetrieb, Monitoring, Incident ResponseLese­zugriff auf Betriebs­metriken und anonymisierte Telemetrie. Zugriff auf Klartext-Kundendaten nur über Break-Glass.Eskalations- und Genehmigungs­prozess für Break-Glass
Customer SupportBearbeitung von KundenanfragenZugriff auf Profil- und Abrechnungs­daten nach ticket­basierter Anlass­dokumentation. Kein generischer Zugriff auf Chatinhalte oder Uploads.Ticketbezogene Dokumentation; Privacy-Lead-Stichprobe
Privacy LeadDSAR-Bearbeitung, Datenschutz­koordination, Audit-AufsichtLese- und Bearbeitungs­zugriff im Rahmen der DSAR-Bearbeitung.Vier-Augen-Prinzip bei Account-Löschungen und Massenexporten
Security OfficerVorfall­untersuchung, forensische AnalyseAnlassbezogen, dokumentiert; im Vorfall vollumfänglich nach B.1.8.Dokumentations- und Berichts­pflicht an Geschäftsführung
Break-GlassNotfall-Zugriff bei kritischen VorfällenVollumfänglich für die Dauer des Vorfalls; zeitlich limitiert.Aktivierung erfordert Zwei-Personen-Freigabe (Incident Commander + Privacy/Security Lead); vollständige Sitzungs­aufzeichnung; nachgelagerter Review im quartalsweisen Access-Review
Audit / ComplianceStichproben, Evidenzpaket-PflegeLesender Zugriff auf Audit-Logs, keine Bearbeitungs­rechte.n/a
Jede Berechtigungs­änderung (Neuvergabe, Anpassung, Entzug) wird im Identity Provider und in den jeweiligen Zielsystemen vollständig protokolliert. Produktive Zugriffe werden durchgehend in einem zentralen Audit-Log erfasst. Eine generische „Admin”-Rolle mit ungefiltertem Datenzugriff existiert nicht; produktiver Vollzugriff ist ausschließlich über die zeitlich limitierte Break-Glass-Rolle erreichbar.

B.3 Kontakt und Dokumentenstand

  • Datenschutz / TOM-Anfragen: privacy@genie-app.de
  • Sicherheitsmeldungen: security@genie-app.de
  • Versionierung. Dieses Annex wird jährlich sowie bei jeder wesentlichen Änderung der TOM überprüft und mit dem Kunden-Compliance-Paket synchron gehalten.